Was eine Datenrettung kostet – und warum
Zwischen 179 und mehreren tausend Euro ist alles möglich. Was den Unterschied macht und wie Sie Angebote vergleichen.
Mo–Fr 08–18 Uhr · Notfälle und Abholung nach Absprache
Warum niemand seriös einen Endpreis nennen kann, bevor er das Gerät gesehen hat
Zwei äusserlich identische Festplatten können sich im Aufwand um den Faktor fünf unterscheiden. Bei der einen ist nur das Dateisystem beschädigt – eine Auswertung am Rechner, wenige Stunden Arbeit. Bei der anderen ist die Kopfeinheit defekt: Ersatzteil beschaffen, Eingriff im Reinraum, tagelanges Auslesen mit angepasster Strategie.
Wer vor der Prüfung einen verbindlichen Endpreis nennt, kalkuliert entweder mit grossem Aufschlag oder wird ihn später korrigieren. Deshalb ist der übliche und sinnvolle Weg: kostenlose Analyse, danach ein Festpreis, der dann auch hält.

Die vier Faktoren
1. Art des Schadens
Logisch beschädigt – gelöscht, formatiert, Dateisystem kaputt – ist der günstigste Fall. Elektronische Schäden liegen im Mittelfeld. Mechanische Schäden sind am aufwendigsten, weil ein Eingriff unter Reinraumbedingungen nötig ist und passende Ersatzteile beschafft werden müssen.
2. Anzahl der Datenträger
Bei RAID und NAS wird jede Platte einzeln geprüft, instandgesetzt und ausgelesen. Ein Verbund aus sechs Platten bedeutet sechsmal diesen Aufwand plus die Rekonstruktion. Die Kapazität allein sagt wenig – die Anzahl ist entscheidend.
3. Zustand der Oberfläche
Ein Laufwerk mit ein paar hundert defekten Sektoren ist Routine. Eines mit Hunderttausenden bedeutet tagelanges Auslesen mit wechselnden Lesestrategien, teils mehrfachen Durchläufen. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen.
4. Dringlichkeit
Normale Bearbeitung erfolgt nach Eingangsreihenfolge. Wer vorgezogen werden will, zahlt einen Aufschlag. Wichtig: Das beschleunigt die Bearbeitung, nicht die Physik. Wenn ein Auslesevorgang technisch drei Tage dauert, ändert kein Eilzuschlag daran etwas.
Übliche Grössenordnungen
Zur Orientierung, wie sich der Markt in Deutschland bewegt:
- USB-Stick und Speicherkarte: etwa 150 bis 400 Euro
- Festplatte mit logischem Schaden: etwa 250 bis 500 Euro
- Festplatte mit mechanischem Schaden: etwa 500 bis 1.500 Euro
- SSD: etwa 300 bis 900 Euro
- NAS mit ein bis zwei Platten: etwa 450 bis 1.200 Euro
- RAID ab drei Platten: ab etwa 700 Euro, nach oben offen
Unsere eigenen Richtwerte finden Sie auf der Preisseite.
Woran Sie unseriöse Angebote erkennen
Ein Pauschalpreis für alles. „Datenrettung ab 99 Euro – jeder Fall“ bedeutet in der Praxis: Der Betrag gilt für einfache Softwarefälle, alles andere wird nach dem Einsenden nachverhandelt.
Erfolgsquoten über 90 Prozent. Solche Zahlen lassen sich nicht überprüfen und hängen vollständig davon ab, welche Fälle überhaupt angenommen wurden. Wer nur einfache Fälle annimmt, kommt leicht auf 95 Prozent.
Kosten für die Analyse, bevor irgendetwas feststeht. Üblich und fair ist eine kostenfreie Analyse. Eine Analysegebühr ist nicht per se unseriös, sollte dann aber vorab klar beziffert sein.
Druck. „Nur heute“, „sonst sind die Daten weg“ – bei einem ausgeschalteten Datenträger verschlechtert sich nichts. Zeitdruck besteht nur bei Feuchtigkeit im Gerät und bei SSDs mit gelöschten Dateien.
Die ehrlichste Frage zuerst
Bevor es um den Preis geht, sollte eine andere Frage geklärt sein: Was sind die Daten wert? Bei Firmendaten liegt die Antwort meist auf der Hand – ein Tag Betriebsstillstand kostet oft mehr als die gesamte Rettung. Bei privaten Daten ist es eine persönliche Entscheidung. Urlaubsfotos ohne Zweitkopie können unbezahlbar sein, ein Ordner mit Programminstallationen ist es nicht.
Wir sagen Ihnen in der Analyse, was der Aufwand realistisch kostet. Steht er in keinem Verhältnis zum Wert, sagen wir auch das.
Häufige Fragen
Warum ist die Analyse kostenlos, wenn sie doch Arbeit macht?
Weil sie unsere Grundlage für ein belastbares Angebot ist. Ohne Prüfung wäre jeder Preis geraten – und ein zu hoher Preis schreckt genauso ab wie ein später korrigierter.
Zahle ich, wenn ich das Angebot ablehne?
Nur das vereinbarte Entgelt für Rücksendung und Verpackung. Die Analyse selbst wird nicht berechnet.
Gibt es Ratenzahlung?
Bei grösseren Beträgen lässt sich eine Aufteilung besprechen. Sprechen Sie uns an, bevor der Auftrag erteilt wird.
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